| Akronym | Acyl-CoA-dehydrogenase, medium chain |
| Synonyma | Acyl-coenzyme A-dehydrogenase (C-4 to C-12 straight chain), MCAD |
| Indikationen | Verdacht auf MCAD-Defizienz. |
| | Säuglinge und Kleinkinder mit unklarem Erbrechen, muskulärer Hypotonie, Apathie, Bewusstlosigkeit und komatösen Zuständen. |
| Humangenetik | Das auf Chromosom 1p31.1 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 39.7 kb mit 12 Exonen. Genprodukt ist die mitochondriale, mittelkettenspezifische Acyl-CoA-Dehydrogenase bestehend aus 421 Aminosäuren. Dieses homotetramere Enzym katalysiert in den Mitochondrien den ersten Schritt der β-Oxidation von Fettsäuren mit Kettenlängen von 4 bis 12 C-Atomen. |
| | Mutationen im ACADM-Gen führen zum Krankheitsbild des Medium-Chain-Acyl-CoA-Dehydrogenase-Mangel (MCAD-Defizienz). Bei etwa 80 % der Patienten findet sich im Exon 11 die Mutation c.985A>G (Adenin/Guanin-Substitution an Nukleotidposition 985), K329E (p.Lys329Glu, Aminosäureaustausch Lysin nach Glutaminsäure an Position 329 im Genprodukt). Sie ist die häufigste Ursache der MCAD-Defizienz. |
| Erbgang | Die MCAD-Defizienz wird autosomal rezessiv vererbt. |
| Symptome | Das Manifestationsalter reicht vom 2. Lebensmonat bis zum 4. Lebensjahr. Es kommt zum episodenhaften Auftreten von Schwäche, Lethargie, zu Krampfanfällen und komatösen Zuständen in der Regel anlässlich einer Infektionskrankheit mit Fieber und Diarrhoe oder nach längerer Nahrungskarenz (z. B. im Zusammenhang mit Operationen). Häufig Erbrechen und Ernährungsschwierigkeiten. Hypoketonische Hypoglykämie, metabolische Azidose (bis zu 30 % Letalität bei fehlender Therapie). |
Eine MCAD-Defizienz kann die Ursache plötzlicher kindlicher Todesfälle sein.