| OMIM | 605257 |
| Akronym | Activation-induced cytidine deaminase |
| Synonyma | AID |
| Material | EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen) |
| Einwilligungserklärung | Einwilligungserklärung Genetik |
| Methode | NAA, SEQU |
| Siehe auch | Humangenetik - Zytogenetik, TNFSF5-Gen, TNFRSF5-Gen |
| Auskünfte | Molekulare Humangenetik |
| Indikationen | Hyper-IgM-Syndrom. |
| Rekurrierende frühkindliche Infektionen unklarer Genese. |
| Humangenetik | Das auf Chromosom 12p13.31 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 11.5 kb mit 5 Exonen. Das Genprodukt ist die aktivierungsinduzierte Cytidin-Deaminase (EC 3.5.4.5; Mr 23.9 kDa), ein RNA-Editierungsenzym, das an der somatischen Hypermutation, der Genkonversion und an den Rekombinationsprozessen des Immunglobulin-Isotypwechsels (class-switch) beteiligt ist. Es wird auch für die terminale Differenzierung der B-Zellen und für eine effiziente Ausbildung der humoralen Immunantwort benötigt. Das am stärksten in Lymphknoten und Tonsillen exprimierte Enzym katalysiert die Konversion von Cytidin in Uridin und Ammoniak. |
| Mutationen in dem AICDA-Gen sind mit der seltenen autosomalen rezessiven Form des Hyper-IgM-Syndrom Typ 2 (HIGM2) assoziiert. Das Hyper-IgM-Syndrom Typ 2 (siehe auch X-chromosomales Hyper-IgM-Syndrom Typ 1, TNFSF5-Gen, verursacht durch Mutationen im Gen des CD40-Liganden und Hyper-IgM-Syndrom Typ 3, TNFRSF5-Gen, verursacht durch Mutationen im Gen des Glykoproteins CD40) wird durch einen Defekt der Rekombination der Immunglobulin-Klassen von IgM zu IgG1, IgG2, IgG3, IgG4, IgA und IgE ausgelöst, mit den Folgen entsprechender Immunglobulin-Defekte bei noch normalen oder sogar erhöhten IgM- und IgD-Konzentrationen. Es bleiben ferner die für die Immunglobulin-Reifung notwendigen somatischen Hypermutationen aus. Morphologisch finden sich Lymphknoten-Schwellungen mit vergrößerten Keimzentren. Bei dem Hyper-IgM-Syndrom Typ 2 handelt sich wahrscheinlich um einen immanenten Defekt der B-Zellen und nicht wie bei den Hyper-IgM-Syndromen Typ 1 und Typ 3 um Defekte in der Signaltransduktion. |
| Erbgang | Das Hyper-IgM-Syndrom Typ 2 wird autosomal rezessiv vererbt. |
| Symptome | Rekurrierende frühkindliche sinobronchiale und gastrointestinale Infektionen mit Lymphknoten-Schwellungen. Im Gegensatz zum Hyper-IgM-Syndrom Typ 1 und Typ 3 bestehen keine opportunistischen Infektionen, die zellvermittelte Immunität ist intakt. |
| G. Schlüter, H.P. Seelig |