Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

AR-Gen

313700
  
Androgen-receptor
  
Androgen-receptor, Dihydrotestosteron-rezeptor, DHTR
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
AR-Gen
  
Androgen-Resistenz; testikuläre Feminisierung (weiblicher Phänotyp bei männlichem Karyotyp).
  
Das auf Chromosom Xq12 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 181 kb mit 8 Exonen. Das Gen enthält im Exon 1 zwei Regionen polymorpher Trinukleotid-Sequenzrepetionen, die für Polyglutamin- und Polyglycin-Segmente im N-Terminus des Rezeptorproteins kodieren. Das Gen-Produkt ist der Androgenrezeptor (Mr 99.0 kDa), welcher der nukleären Hormon-Rezeptor-Familie angehört. Seine Liganden, die Adrogene, binden im Zytoplasma der Zielzellen an den Androgenrezeptor, der Androgenrezeptor-Ligand-Komplex wird in den Zellkern transportiert. Er besitzt Eigenschaften eines Transkriptionsfaktors, bindet an spezifische DNA-Sequenz-Motive (HRE; hormone response elements) und aktiviert die Gen-Transkription.
  
 Bisher wurden 247 Mutationen im AR-Gen beschrieben, die mit dem Androgeninsensitivitäts-Syndrom, einer defekter Spermatogenese, dem Reifenstein Syndrom, männlicher Infertilität, Pseudohermaphrodismus, spinobulbärer Muskelatrophie und Prostata-Karzinom assoziiert sind.
  
  
Die Androgen-Resistenz wird X-rezessiv vererbt.
  
  
Fehlende oder nur spärliche Sekundärbehaarung; primäre Amenorrhö; intersexuelles Genital.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig