| Siehe | Alanyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Asparaginyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Glycyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Histidyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Isoleucyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Lysyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Threonyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper |
| Tryptophanyl-tRNA-Synthethase-Autoantikörper |
| Indikationen | Anti-Synthetase-Syndrom. Antikörper gegen die Histidyl-tRNA-Synthetase (anti-Jo-1), die am häufigsten auftretenden Antikörper der Gruppe, gelten als Marker bei Krankheitsverläufen mit interstitieller Pneumonie und Lungenfibrose. |
| Immunpathologie | Aminoacyl-tRNA-Synthetasen (Tabelle aminoacyl_trna_synthetasen.pdf) sind zytoplasmatische Enzyme, welche die Bindung der tRNA an ihre entsprechende Aminosäure katalysieren. Die Aminosäure wird dann in den Ribosomen in die naszierende Polypeptidkette eingebaut. |
| Aminoacyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper sind spezifische Marker für autoimmune Myositiden (insbesondere die Polymyositis, weniger die Dermatomyositis). Wegen der ähnlichen klinischen Symptomatik der mit diesen Autoantikörpern assoziierten Krankheitsbilder wird auch von einem Anti-Synthetase-Syndrom (früher anti-Jo-1-Syndrom) gesprochen. Das Anti-Synthetase-Syndrom tritt vorwiegend bei Frauen (70 %) im mittleren Lebensalter auf und geht mit entzündlichen Myositiden (94 %), Lungenmanifestationen (Bronchiolitis obliterans, interstitielle Pneumonie, Alveolitis, Lungenfibrose, 72 %), Arthritiden (56 %), Raynaud-Phänomen (68 %), Fieber und gelegentlich mit einer granulomatösen Synovitis einher. Mit Ausnahme der Histidyl-tRNA-Synthetase-Autoantikörper (anti-Jo-1), die etwa bei 20 - 30 % der Polymyositis-Patienten angetroffen werden, finden sich die anderen Autoantikörper wesentlich seltener (< 3 %). Insgesamt wird jedoch bei 60 - 80 % der Patienten mit Myositis und interstitieller Lungenfibrose einer dieser Markerantikörper gefunden. |
| Die Antikörper richten sich gegen Konformationsepitope der tRNA-Synthetasen, sie können daher nicht mit einfachen linearen, in E. coli exprimierten Antigenen nachgewiesen werden. Für die Untersuchung werden native, nicht denaturierte Antigene benötigt. Aus diesem Grund wurden bisher zum Nachweis zumeist Radioimmunopräzipitationstechniken mit in vivo radioaktiv markierten Zellproteinen verwendet. Die Präzipitate wurden nach anschließender elektrophoretischer Trennung und Autoradiographie ausgewertet. Diese zeitraubende Charakterisierung der Antigene anhand ihrer elektrophoretischen Wanderungsgeschwindigkeit war ungenau und daher mit Fehlern behaftet. Der Nachweis dieser Autoantikörper erfolgt in unserem Labor daher mit Ausnahme von anti-Jo-1 (Elisa unter Verwendung eines rekombinanten, durch Baculo-Virus-Infektion in Sf9-Insektenzellen exprimierten Proteins) mittels Radioimmunopräzipitation mit den jeweiligen rekombinanten, in vitro transkribierten und translatierten 35S-Methionin-markierten Enzymen. Dieses Verfahren ermöglicht eine empfindliche spezifische und äußerst präzise Bestimmung der Autoantikörper bei einer Verkürzung der Analysedauer von über 14 Tagen auf 36 Stunden. |
| Weiterführende Tests | HLA-DRw52 (mindestens ein Allel bei 91 % der Erkrankten), HLA-DR3 (mindestens ein Allel bei 72 % der Erkrankten). |
| H.-P. Seelig |