Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

BCHE-Gen

177400
  
Butyrylcholinesterase
  
Pseudocholinesterase, Cholinesterase II
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
BCHE-Gen
  
Positive Familienanamnese bezüglich Hypocholinesterasämie. Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen nach Succinylcholingabe.
  
Das auf Chromosom 3q26.1 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 65.4 kb mit 4 Exonen. Genprodukt ist die Butyrylcholinesterase, die Acylcholin zu Cholin und einer Carboxylsäure hydrolysiert. Das in fast allen Zellen exprimierte Enzym liegt als Homotetramer vor.
  
 Bisher wurden 27 Mutationen im BCHE-Gen nachgewiesen die zu einer Hypocholinesterasämie führen können. Zwei Mutationen, nämlich die A-Variante Asp70Gly und die K-Variante Ala539Thr sind am häufigsten bei Kaukasiern anzutreffen. Die Hypocholinesterasämie führt zu Suxamethonium (Succinylcholin)-Sensitivität, die bei Verwendung des Anästhetikums bei chirurgischen Eingriffen eine verlängerte neuromuskuläre Blockade nach sich zieht.
  
  
Hypocholinesterasämie wird autosomal rezessiv vererbt.
  
  
Schwere Zwischenfälle bei der anästhesiologischen Anwendung des Muskelrelaxans Succinylcholin. Muskellähmung. Tachykardie, Zyanose bis hin zum Herzstillstand.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig