Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

BTK-Gen

300300
  
Bruton agammaglobulinnämie tyrosin kinase
  
AGMX1, ATK
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
BTK-Gen
  
Agammaglobulinämie Typ Bruton. Rezidivierende Infektionen der oberen Luftwege, der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs beginnend im Laufe des ersten Lebenshalbjahres. Rezidivierende bakterielle Infektionen der Haut, des Respirations- und Gastrointestinaltraktes. Fehlen der B-Lymphozyten im peripheren Blut.
  
Das auf Chromosom Xp22.1 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 37.5 kb mit 20 Exonen. Genprodukt ist die Bruton Agammaglobulinämie Tyrosin-Kinase (Mr 76.3 kDa), die Tyrosin-Reste in Proteinen phosphoryliert. Sie katalysiert auch die Autophosphorylierung an zwei Throsin-Resten des Enzyms. Die Tyrosinkinase BTK ist einer der Hauptregulatoren in der B-Zell Entwicklung. Mutationen im BTK-Gen führen zu Immundefizienz aufgrund des Ausbleibens der Bildung von reifen B-Lymphozyten durch Störung der Rekombination der Immunglobulin-Schwerketten, was eine Defizienz der Immunglobuline aller Isotypen nach sich zieht.
  
 Bisher wurden 326 Mutationen im BTK-Gen beschrieben, die zu Agammaglobulinämie führen.
  
  
Die X-chromosomale Agammaglobulinämie wird rezessiv vererbt.
  
  
Ungewöhnlich hohe Anfälligkeit für bakterielle aber nicht für virale Infektionen. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist die meist fatal verlaufende Echovirus-induzierte Meningoenzephalitis, die oft mit Dermatomyositis-ähnlichen Symptomen einhergeht.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig