Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

CALCR-Gen

114131
  
Calcitonin-rezeptor 1
  
CTR1
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
 Patienteninformationen: Osteoporose – Knochenbruchrisiko im Alter
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
CALCR-Gen
  
Frage nach einem erhöhten Osteoporose-Risiko. Bereits im jugendlichen Alter mögliche Identifikation von Risikopatienten. Nicht belastende Prophylaxe und Prävention im frühen Lebensalter durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten und körperliche Aktivität. Die klinische Relevanz des Polymorphismus ist allerdings noch nicht gesichert.
  
Das auf Chromosom 7q21.3 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 150.2 kb mit 13 Exonen. Genprodukt ist der in der Zellmembran von Osteoklasten exprimierte Calcitonin-Rezeptor (Mr 57.3 kDa). Durch die Interaktion mit Calcitonin wird die knochenabbauende Aktivität der Osteoklasten gesenkt. Ein Punktmutations-Polymorphismus in der 3'-Region des Gens führt zu einem Austauch der Aminosäure Prolin durch Leucin im Codon 463 (p.463L) in der 3. intrazellulären Domäne des Proteins. Die Mutation wurde auch mit P447L bezeichnet, da die beiden Isoformen des Rezeptors (Isoform I und II) mit und ohne eine 16 Aminosäuren große Insertion von verschiedenen Untersuchern analysiert wurden. Dem Aminosäureaustausch liegt eine Basensubstition von T (Thymidin) durch C (Cytosin) zugrunde. Bei französischen und italienischen Populationen wurde in einer Studie gefunden, dass Personen mit homozygoter Leucin-Substitution (CC) eine reduzierte Knochendichte gegenüber Heterozygoten (CT) und Prolin-Homozygoten (TT) aufweisen. In einer anderen Studie wurden die Assoziationen des Polymorphismus mit der Knochendichte bestätigt, allerdings hatten hier die Heterozygoten (CT) eine höhere Knochendichte und ein vermindertes Frakturrisiko als die homozygoten TT- und homozygoten CC-Personen. Das Fehlen des Allel-Dosis-Effektes in dieser Studie ist schwer zu erklären. Die Effekte P463L- Polymorphismus auf die Funktion des Calcitonin-Rezeptors ist noch unbekannt.
  
  
Der Punktmutations-Polymorphismus (P463L) wird kodominant vererbt.
  
  
Die Merkmalsträger zeigen keine spezifischen klinischen Symptome. In höherem Lebensalter besteht die Möglichkeit der Entwicklung einer Osteoporose mit einem erhöhten Knochenbruch-Risiko.
  
  
Patienteninformationen: Osteoporose
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig