| Humangenetik | Das auf Chromosom 7q21.3 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 150.2 kb mit 13 Exonen. Genprodukt ist der in der Zellmembran von Osteoklasten exprimierte Calcitonin-Rezeptor (Mr 57.3 kDa). Durch die Interaktion mit Calcitonin wird die knochenabbauende Aktivität der Osteoklasten gesenkt. Ein Punktmutations-Polymorphismus in der 3'-Region des Gens führt zu einem Austauch der Aminosäure Prolin durch Leucin im Codon 463 (p.463L) in der 3. intrazellulären Domäne des Proteins. Die Mutation wurde auch mit P447L bezeichnet, da die beiden Isoformen des Rezeptors (Isoform I und II) mit und ohne eine 16 Aminosäuren große Insertion von verschiedenen Untersuchern analysiert wurden. Dem Aminosäureaustausch liegt eine Basensubstition von T (Thymidin) durch C (Cytosin) zugrunde. Bei französischen und italienischen Populationen wurde in einer Studie gefunden, dass Personen mit homozygoter Leucin-Substitution (CC) eine reduzierte Knochendichte gegenüber Heterozygoten (CT) und Prolin-Homozygoten (TT) aufweisen. In einer anderen Studie wurden die Assoziationen des Polymorphismus mit der Knochendichte bestätigt, allerdings hatten hier die Heterozygoten (CT) eine höhere Knochendichte und ein vermindertes Frakturrisiko als die homozygoten TT- und homozygoten CC-Personen. Das Fehlen des Allel-Dosis-Effektes in dieser Studie ist schwer zu erklären. Die Effekte P463L- Polymorphismus auf die Funktion des Calcitonin-Rezeptors ist noch unbekannt. |