Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

DMPK-Gen

605377
  
Dystrophia-myotonica-protein-kinase
  
Myotonin-protein-kinase, DM
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU und S-Blot mit anschließender hochauflösender Kapillarelektrophorese
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
DMPK-Gen
  
Myotone Dystrophie (Curschmann-Steinert Syndrom).
  
Das auf Chromosom 19q13.32 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 14.7 kb mit 13 Exonen. Genprodukt ist die möglicherweise an der intrazellulären Kommunikation beteiligte Myotonin-Proteinkinase, von der 14 durch alternatives Spleißen hervorgerufene Isoformen bestehen. Die meisten Isoformen (Isoform 1, Mr 70.4 kDa) werden in fast allen Geweben exprimiert, Ausnahmen bilden Isoform 4, die nur in Herz- und Skelettmuskeln und Isoform 14, die ausschließlich im Gehirn exprimiert werden. Am 3>-Ende des DMPK-Gens liegt eine polymorphe (CTG)nBRegion, die in der normalen Population zwischen n=3 und n=27 beträgt und bei DM-Patienten durch DNA-Replikationsfehler von n=50 bis zu n=3000 expandiert ist. Kleinere Expansionen bis etwa n=70 können durch Fragmentlängenbestimmung mittels hochauflösender Kapillarelektrophorese nach enzymatischer Amplifikation des die (CTG)nBRegion eingrenzenden DNA-Segments bestimmt werden. Größere Expansionen werden durch Southernblot-Analyse nachgewiesen.
  
 Bisher wurden außer den (CTG)n BExpansionen keine weiteren DM-verursachenden Mutationen im DMPK-Gen beschrieben.
  
  
Myotone Dystrophie (DM) wird autosomal dominant vererbt.
  
  
Die mit einer Häufigkeit von etwa 1 von 8000 auftretende DM ist eine neurodegenerative Erkrankung mit Myotonie, Muskelschwund in den distalen Extremitäten, Katarakt, Hypogonadismus, Verlust endokriner Funktionen und Herzrhythmusstörungen.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig