| OMIM | 133430 |
| Akronym | Estrogen-receptor 1 |
| Synonyma | Estrogen receptor, alpha, ESRA |
| Material | EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen) |
| Einwilligungserklärung | Einwilligungserklärung Genetik |
| Methode | NAA, SEQU |
| Siehe auch | Humangenetik - Zytogenetik |
| Patienteninformation: Osteoporose - Knochenbruchrisiko im Alter |
| Auskünfte | Molekulare Humangenetik |
| Anforderungsschein | Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
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| Indikationen | TA-Repetitions-Polymorphismus: Frage nach einem erhöhten Osteoporose-Risiko. Bereits im jugendlichen Alter mögliche Identifikation von Risikopatienten. Nicht belastende Prophylaxe und Prävention im frühen Lebensalter durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten und körperliche Aktivität. Die klinische Relevanz des Polymorphismus ist allerdings noch nicht gesichert.<BR>Östrogen-Resistenz. |
| Humangenetik | Das auf Chromosom 6q25.1 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 295.7 kb mit 8 Exonen. Genprodukt ist der Östrogenrezeptor (Mr, 66.2 kDa), ein ligandenaktivierter Transkriptionsfaktor mit einer hormonbindenden, DNA-bindenden und transkriptionsaktivierenden Domäne. Der Östrogenrezeptor gehört in die Familie der nukleären Rezeptoren (siehe Vitamin D-Rezeptor). Der Rezeptor bindet nach Aktivierung durch seinen Liganden als Homodimer an die DNA; er kann auch Heterodimere mit dem Östrogenrezeptor β bilden. Die Interaktion mit verschiedenen Kofaktoren führt zu einer Verstärkung der Gentranskription. Östrogenrezeptoren spielen eine bedeutende Rolle bei der Regulation der Knochendichte. ERα- und ERβ-knock-out-Mäuse haben im Vergleich zum Wildtyp eine reduzierte Knochendichte. Ein Dinukleotid-Polymorphismus in der 5'-Region des Rezeptor-Gens (ERα-Promotor) scheint mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko einherzugehen. Es finden sich in diesem Genabschnitt Allele mit zwischen 10 und 27 TA (Thymidin-Adnenin)-Repetitionen. Frauen mit weniger als 15 TA-Repetitionen zeigten eine signifikant verminderte Knochendichte der Wirbelkörper und besaßen ein 2.9fach erhöhtes Fraktur-Risiko. Über die Beziehung zwischen der Knochendichte und anderen ERα-Haplotypen, die durch einen PvuII-Polymorphismus definiert wurden, liegen noch widersprüchliche Ergebnisse vor. Die pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen Genpolymorphismus und unterschiedlicher Ausprägung der Knochendichte sind noch unbekannt. |
| Bei einem männlichen Patienten mit dem klinischen Bild einer Östrogenresistenz wurde im Exon 2 des Gens im Codon 157 eine Cytosin-Thymidin-Transition nachgewiesen, die zu einem Stop-Codon führt. |
| Erbgang | Der TA-Repetitions-Polymorphismus wird dominant vererbt. |
| Die Östrogen-Resistenz wird autosomal rezessiv vererbt. |
| Symptome | Die Merkmalsträger der TA-Repetitions-Polymorphismen zeigen keine spezifischen klinischen Symptome. In höherem Lebensalter besteht die Möglichkeit der Entwicklung einer Osteoporose mit einem erhöhten Knochenbruch-Risiko. |
| Bei der Östrogen-Resistenz findet sich ein normaler männlicher Phänotyp, normale Pubertätsentwicklung, Hochwuchs, verminderte Knochendichte, normale Testosteron-, LH- und FSH-Werte, jedoch erhöhte Östradiol-Konzentrationen. Es besteht eine herabgesetzte Glukosetoleranz und eine Hyperinsulinämie. |
| %30 Siehe | Patienteninformationen: Osteoporose |
| G. Schlüter, H.P. Seelig |