| Synonyma | Fer |
| Material | Serum, 1 mL |
| EDTA-Plasma oder Heparin-Plasma, 1 mL |
| Referenzbereich | negativ |
| Methode | WB |
| Qualitätskontrolle | intern |
| Siehe auch | Übersicht Autoantikörper |
| Dermatomyositis |
| Laborinformationen: Myositis -spezifische und -assoziierte Autoantikörper |
| Auskünfte | Immunpathologie |
| Analysenkosten | EBM, GOÄ |
| Indikationen | Vorwiegend wissenschaftliche Fragestellungen, Verdacht auf Felty-Syndrom, atopische Dermatitis oder Myositis bei strenger klinischer Indikation, als Suchtest nicht geeignet. |
| Vorkommen | Autoantikörper gegen den Elongationsfaktor-1α wurden erstmals unter dem Begriff anti-Fer* bei einem Patienten mit Dermatomyositis beschrieben (Targoff und Hanas 1989). Sie fanden sich aber auch bei 19% der Patienten mit adulter atopischer Dermatitis (Ohkouchi et al. 1999) und bei 66% der Patienten mit Felty-Syndrom (Ditzel et al. 2000). Die Bezeichnung Fer ist von den Initialen des Namens des Patienten abgeleitet, bei dem die Antikörper erstmals nachgewiesen wurden. |
| Antigen | Der humane Elongationsfaktor-1<<alpha (hEF-1α, Elongationsfaktor 1A-1; Mr 50.15 kDa; 462 aa; pI 9.10; Genort: Chromosom 6q14; SWISS PROT: P04720, P04719) ist die Hauptkomponente der intrazellulären Elongationsfaktoren. Sein Gen wird ubiquitär stark exprimiert. EF-1α bindet an Aminoacyl-tRNA und ist dafür verantwortlich, dass sich die Aminoacyl-tRNA an die A-Bindungsstelle in den Ribosomen anlagert. |
| Die Interaktion der Elongationsfaktoren hEF-1α und hEF-2 mit den Aminoacyl-tRNA>s und den Ribosomen ist für den Verlängerungszyklus der Polypeptidkette bei der Proteinsynthese notwendig. Die tRNA-Moleküle bilden, nachdem sie mit der Aminosäure beladen wurden, einen Komplex mit dem Elongationsfaktor (hEF-1α), einem GTP spaltenden Enzym. Der Elongationsfaktor bindet sich fest sowohl an das Aminosäurenende der tRNA als auch an das GTP-Molekül. Dieser Komplex, und nicht die freie tRNA, paart sich mit dem korrespondierenden Antikodon der mRNA. Solange der Elongationsfaktor an die tRNA gebunden ist, kann die Aminosäure nicht in die naszierende Polypeptidkette aufgenommen werden. Die Kodonerkennung und -bindung führt aber dazu, dass der Elongationsfaktor das gebundene GTP zu GDP und anorganischem Phosphat hydrolysiert. Daraufhin kann sich der Elongationsfaktor von der tRNA und dem Ribosom lösen, die Proteinsynthese wird fortgesetzt. Die Bindung des Elongationsfaktors führt zu einer Verzögerung bei der Übertragung der Aminosäure auf die naszierende Polypeptidkette, die es ermöglicht, dass falsch gepaarte tRNA-Moleküle wegen ihrer schwachen Kodon-Antikodon-Bindung die Bindungsstelle wieder verlassen, sodass keine falschen Aminosäuren in die Polypeptidkette eingebaut werden. Der EF-1α vermittelt die Bindung an das Ribosom, EF-2 die Translokation (Translokase), der nun um 1 Aminosäure verlängerten Peptidyl-tRNA von der A zur P Bindungsstelle im Ribosom. |
| Autoantikörper | Autoantikörper gegen ein Fer genanntes Antigen, das sich als mit dem Elongationsfaktor-1α identisch erwies, wurden erstmals bei einem Patienten mit Dermatomyositis beschrieben| (Targoff und Hanas 1989)|. Mit rekombinanten Antigenen (Westernblot) ließen sich später auch bei 19% der Patienten mit adulter atopischer Dermatitis| (Ohkouchi et al. 1999)| und bei 66% der Patienten mit Felty-Syndrom| (Ditzel et al. 2000)| Autoantiköper gegen hEF-1α Antikörper nachweisen. |
| Immunpathologie | Über die Entstehung der Autoantikörper und ihre mögliche pathogene Bedeutung liegen noch keine Untersuchungen vor. Denkbar wäre, dass bei der atopischen Dermatitis eine verstärkte UV-Exposition des Gesichts zu Hautläsionen mit vermehrter Freisetzung von hEF-1α führt, die bei entsprechend genetisch disponierten Personen die Entstehung von Autoantikörpern stimulieren und dann den Entzündungsprozess mit unterhalten könnte. Bei der adulten atopischen Dermatitis entwickelten Patienten mit Autoantikörpern gegen hEF-1α stärkere Exantheme im Gesicht als antikörpernegative Patienten. |
| H.-P. Seelig |