Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

Erythrozyten-Antikörper, irreguläre

Coombs-Test
Irreguläre Erythrozyten-Antikörper können Transfusionreaktionen und den Morbus haemolyticus neonatorum (Mhn) auslösen. Die Pathogenität eines irregulären Antikörpers wird von vielen Faktoren wie z. B. Immunglobulinklasse, Reaktionsverhalten, Wärmeamplitude, den komplementaktivierenden und phagozytoseinduzierenden Eigenschaften und von der Antigenspezifität ab.
 Faustregeln:
 1. Antikörper, die sich bei einer Reaktionstemperatur von über 30°C nachweisen lassen, sind klinisch relevant.
 2. Antikörper, die zwischen 20-30°C nachweisbar sind, sind in der Regel klinisch ohne Bedeutung. Vereinzelt können sie pathogene Eigenschaften besitzen. Sie sollten daher bei transfusionsmedizinischen Fragestellungen berücksichtigt werden.
 3. Antikörper, die nur unterhalb von 20°C nachgewiesen werden, sind klinisch nicht bedeutsam. Sie müssen nicht nachgewiesen und identifiziert werden. Ausgenommen sind Untersuchungen zum Abschluss einer durch Kälteagglutinine oder Donath-Landsteiner-Antikörper verursachten autoimmunhämolytischen Anämie.
 Siehe Coombs-Test, Mutterschafts-Vorsorge.
 H.-P. Seelig