Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

FRDA-Gen

229300
  
Friedreich-ataxia
  
Frataxin
  
NAA, SEQU und S-Blot mit anschließender hochauflösender Kapillarelektrophorese
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
FRDA-Gen
  
Abklärung ataktischer Bewegungsstörungen. Friedreich=sche Ataxie.
  
Das auf Chromosom 9q21.11 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 39.8 kb mit 5 Exonen. Genprodukt ist das mitochondriale an der Eisen-Homöostase beteiligte Frataxin (Mr 23.1 kDa).
  
 Bisher wurden 27 Mutationen beschrieben, welche die Friedreich=sche Ataxie verursachen. Die weitaus häufigste Mutation führt zu einer Vermehrung der (GAA)n-Sequenzwiederholungen im ersten Intron. Die (GAA)n-Region ist polymorph und enthält normalerweise zwischen n=7 und n=22 (GAA)n-Sequenzwiederholungen. Bei der Friedreich>schen Ataxie expandieren infolge eines Fehlers in der DNA-Replikation die (GAA)n-Sequenzwiederholungen auf bis zu n=1000. Kleinere Expansionen bis etwa n=150 können durch Fragmentlängenbestimmung mittels hochauflösender Kapillarelektrophorese nach enzymatischer Amplifikation des die (GAA)n-Region eingrenzenden DNA-Segments bestimmt werden. Größere Expansionen werden durch Southernblot-Analyse nachgewiesen. Die Expansionen führen zu einer Reduktion oder einem völligen Ausfall der Synthese des für die Entwicklung des Gehirns essentiellen Frataxins. Da das Ausmaß der Inaktivierung des Gens proportional zur Größe der GAA-Expansion ist, gilt diese auch als Maß der mentalen Retardierung.
  
  
Die Friedreich>sche Ataxie wird autosomal rezessiv vererbt.
  
  
Gang-, Stand- und Extremitätenataxie, Störung der Oberflächen- und Tiefensensibilität, Areflexie, Verlust des Lageempfindens, Dysarthrie, Spastik. Sog. Friedreich-Fuß (Hohlfuß mit Krallenzehen) und sog. Friedreich-Hand (Überstreckbarkeit des Handgelenkes und der Fingergelenke bei gleichzeitiger Beugestellung in den Fingergrundgelenken). Innenohrschwerhörigkeit, Nystagmus, Blaseninkontinenz, im weiteren Verlauf Wesensveränderungen und Demenz. Neuropathologische Veränderungen finden sich im Tractus spinocerebellaris, den Hintersträngen einschließlich der Ganglia dorsalia, in Kleinhirn und Hirnstamm.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig