Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

Faktor V-Gen (Liverpool-Mutation)

612309
  
F5 Coagulation factor V, activated protein C-cofactor, Liverpool-mutation p.I359T
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
Anforderungsschein Nr. 4a
Position der Analyse
Anforderungsschein 4a
        
        
        
  
  
Faktor V-Gen (Liverpool-Mutation)
  
Abklärung einer Thrombophilie-Disposition bei positiver Familienanamnese. Venöse Thromboembolien, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (<40 Jahre). Pathologische aktivierte Protein C (APC) -Resistenz.
  
Das auf Chromosom 1q24.2 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 73.1 kDa mit 25 Exonen. Genprodukt ist der für die Blutgerinnung essentielle Faktor V-Vorläufer (Mr  251.7 kDa), der durch Thrombin in eine schwere und eine leichte Kette hydrolysiert wird. Die beiden Ketten lagern sich zu einem nicht-kovalenten Dimer zusammen, dem aktivierten Faktor V (Faktor Va).
  
 Bisher wurden 20 Mutationen im Faktor V-Gen nachgewiesen die zu Thrombophilie oder hämorrhagischer Diathese führen. Unter ihnen ist die Faktor V-Leiden-Mutation mit Abstand die häufigste Ursache der APC-resistenten familiären jugendlichen Thrombophilie.
  
 Diese Punktmutation in Exon 8 des Faktor V-Gens verursacht ein Aminosäureaustausch, Arginin wird an Position 359 durch Threonin ersetzt [Codon 359 ATT (Isoleucin)>ACT (Threonin); I359T]. Es entsteht dadurch auf dem Protein eine zusätzliche Gykosylierungsstelle (N-linked). Untersuchungen zeigten, dass diese Mutation mit einem erhöhten Thromboserisiko assoziiert ist.
  
  
Hämorrhagische Diathese (Blutungsneigung) wird autosomal rezessiv vererbt; Aktivierte Protein C Resistenz wird autosomal dominant vererbt.
  
  
Neigung zu venösen Thrombosen und Lungenembolien.
  
  
Patienteninformationen: Thrombophilie
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig