Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

GNAS-Gen

139320
  
Guanin nucleotide binding protein alpha stimulating activity
  
Adenylate cyclase stimulatory protein
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
  
GNAS-Gen
  
Ossifikationsstörung kombiniert mit Hyperpigmentierungen der Haut und autonomen, endokrinen Hyperfunktionszuständen. McCune-Albright Syndrom.
  
Das auf Chromosom 20q13.2-13.3 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 72.3 kb mit 20 Exonen. Genprodukt ist das Guaninnukleotid-bindende Protein (G-Protein) mit einem Mr von 45.7 kDa, das als Modulator an Signaltransduktionsprozessen beteiligt ist.
  
 Bisher wurden 70 Mutationen im GNAS-Gen-Komplex beschrieben, die ein McCune-Albright Syndrom, eine Albright>sche hereditäre Osteodystrophie (AHO) und einen Pseudohypoparathyreoidismus Typ Ia und Typ Ib verursachen (PHP Ia und PHP Ib).
  
  
Das McCune-Albright Syndrom, die Albright>sche hereditäre Osteodystrophie und der Pseudohypoparathyreoidismus Typ Ia und Typ Ib werden autosomal dominant vererbt.
  
  
McCune-Albright Syndrom: polyostotische fibröse Dysplasie, zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr beginnende Ossifikationsstörung, vor allem der langen Röhrenknochen (Auftreibungen, Deformierungen) und des Schädels. Umschriebene Hyperpigmentierungen der Haut, großflächige landkartenförmige Café-au-lait-Flecken, bevorzugt an Gesäß, Oberschenkeln und Rücken. Gonadotropin-unabhängige Pseudopubertas praecox, Hyperthyreose, Hypercortisolämie, Hyperparathyroidismus.
  
 Albright>sche hereditäre Osteodystrophie: Kleinwuchs, kurzer Hals, rundes Gesicht, gedrungener Körperbau, Adipositas, Brachydaktylie, subkutane Verkalkungen, psychomotorische Retardierung. Zeichen der chronischen Hypokalzämie sind Tetanien, intrakranielle Verkalkungen, Adontie/Oligodontie, Zahnschmelzanomalien. Schilddrüsenunterfunktion.
  
 Pseudohypoparathyreoidismus: die AHO in Assoziation mit einer Parathormonresistenz wird als Pseudohypoparathyreoidismus Typ Ia bezeichnet. Es finden sich Hypokalzämie, Hyperphosphatämie, erhöhte Parathormon-Konzentrationen im Serum. Der Pseudohypoparathyreoidismus Typ Ia geht mit einer verminderten Aktivität der α-Einheit des stimulierenden Nukleotid (GTP) -bindenden Proteins einher. Die G-Proteinaktivität ist beim Pseudohypoparathyreoidismus Typ Ib normal.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig