| Material | Serum, 1 mL |
| EDTA-Plasma oder Heparin-Plasma, 1 mL |
| Referenzbereich | < 10 Ak-Ratio ( GZ 10 - 15 ) |
| Methode | RIA |
| Qualitätskontrolle | intern |
| Anforderungsschein | Anforderungsschein Nr. 1a
Position der Analyse
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| Auskünfte | Immunpathologie |
| Analysenkosten | EBM, GOÄ |
| Siehe auch | Übersicht: Autoantikörper |
| Immunpathologie | Die anfängliche Verwirrung der diskrepanten Befunde über die Existenz von Intrinsic-Faktor-Autoantikörpern hat sich dadurch erklärt, dass zwei Typen von Intrinsic-Faktor-Antikörpern existieren. Die Typ I-Antikörper (blockierende Antikörper) blockieren die Cobalamin-Bindungsstelle des Intrinsic-Faktors und verhindern so die Aufnahme von Vitamin B12. Diese Antikörper binden vor allem an freien IF im Magensaft, einige sind auch in der Lage, das Cobalamin wieder aus IF-Cobalamin-Komplexen freizusetzen. Die Typ II-Antikörper binden an die Rezeptorbindungsstelle des IF-Cobalamin-Komplexes auf dem IF-Molekül (bindende oder präzipitierende Antikörper). Sie könne sowohl mit freiem Intrinsic-Faktor als auch mit IF-Cobalamin-Komplexen reagieren. Beide Typen von Autoantikörpern führen schlussendlich zu dem gleichen immunpathogenen Effekt, sie verhindern die Resorption von Vitamin B12 im Ileum. Im Serum kommen beide Typen von Autoantikörpern vor. |
| Intrinsic-Faktor-Antikörper werden teilweise von immunkompetenten Zellen in den Speicheldrüsen produziert. Diese sekretorischen IgA-Antikörper erreichen den Magen mit verschlucktem Speichel. Hauptquelle der Antikörperbildung ist jedoch der Magensaft. Die im Magensaft auftretenden Typ I- und Typ II-Antikörper gehören zumeist der Immunglobulinklasse IgG an, sekretorische IgA-Antikörper wurden aber ebenfalls gefunden. Die im Blut zirkulierenden Typ I-Antikörper sind vom IgG-, die Typ II-Antikörper vom IgG- und IgM-Isotyp. Die Antikörper können die Plazentabarriere überwinden und auch im Urin auftreten. |
| Es wurde vermutet, dass die Antikörper gegen den Intrinsic-Faktor durch eine Schädigung der Parietalzellen entstehen, in deren Gefolge die Antigene in die Blutbahn übertreten. Eine eindeutige immunpathogene Rolle konnte den im Blut zirkulierenden Antikörpern gegen den Intrinsic-Faktor noch nicht zugewiesen werden. Im Gegensatz dazu können die im Speichel und Magensaft vorhandenen Antikörper zu einer funktionellen Neutralisierung des Intrinsic-Faktors führen. Die Immunpathogenese des Vitamin B12-Mangels durch die Intrinsic-Faktor-Antikörper ist jedoch nicht so einfach, wie es zuerst scheinen mag. Bei einem normalen sauren pH-Wert des Magensafts können die Antikörper nicht an den Intrinsic-Faktor binden, die Cobalamin-Bindungsstelle ist dann im Duodenum nicht von dem Antikörper besetzt. Da Typ I-Antikörper nur bei einem hohen pH-Wert des Magensaftes binden können, wird diskutiert, dass IF- und Parietalzell-Antikörper synergistisch wirken. Parietalzell-Antikörper könnten die Protonenpumpe blockieren und so zu einer Achlorhydrie und einem erhöhten pH-Wert im Magensaft führen. Über die Wirkung der Typ II-Antikörper ist noch wenig bekannt. |
| Die getrennte Bestimmung der beiden Antikörpertypen ist nicht von diagnostischem Interesse. Über die Prävalenz von Typ I- und Typ II-Autoantikörpern gibt es unterschiedliche Daten. Typ I- und Typ II-Autoantikörper wurden in 35 - 75 % der Fälle, nur Typ I in 0 - 60 % und nur Typ II in 0 - 22 % der Patienten mit Morbus Biermer gefunden. In niedrigen Konzentrationen scheinen sowohl Typ I- und Typ II-Antikörper simultan vorzukommen, in hohen Konzentrationen Typ I zu prädominieren. Anfänglich war nur die Bestimmung der Typ I-Antikörper möglich. Mit Elisa und festphasengebundenem Intrinsic-Faktor lassen sich beide Typen nachweisen. Der Nachteil des anfänglich verwendeten Radioimmunoassays besteht darin, dass aufgrund der kompetitiven Verdrängung von 57Co-Cyanocobalamin von der IF-Bindungsstelle nur blockierende Typ I-Antikörper nachgewiesen werden können und dass bei Anwesenheit ausschließlich von Typ II-Antikörpern negative Resultate erhalten werden. Transportproteine wie Transcobalamin II können radioaktiv-markiertes Cobalamin binden und so zu falsch negativen Testergebnissen führen. Hohe Serumspiegel von Cobalamin (Shilling-Test) können zu falsch positiven Resultaten führen. |
| Vorkommen | Perniziöse Anämie (Morbus Biermer (1872), Addison-Biermer-Anämie, Addison-Anämie). Die Prävalenz der Antikörper wird mit 50 - 80 % je nach Sensitivität des Assays angegeben. Die Biermer-Anämie kann vor allem in jüngerem Lebensalter mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Hyperthyreoidismus (4,7 - 7%), Diabetes mellitus Typ 1 (1,1 %), systemischem Lupus erythematodes oder Sjögren-Syndrom assoziiert sein. Die Assoziation mit Antikörpern gegen den Intrinsic-Faktor und / oder Parietalzellen (H+ /K+ ATPase) werden als wichtiger Hinweis für die Autoimmunpathogenese des Krankheitsbildes angesehen. Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff Biermer-Anämie eine Gastropathie mit defekter IF-Sekretion bedeutet und nicht einfach mit irgendeinem Vitamin B12-Mangel oder einer megaloblastären Anämie gleichgesetzt werden kann. Megaloblastäre Anämien sind durch die Anwesenheit von Megaloblasten in Blut und Knochenmark als Folge einer gestörten DNA-Synthese gekennzeichnet, die verschiedene Ursachen haben kann. Die häufigsten Formen der megaloblastären Anämie beruhen auf einem Vitamin B12- oder Folsäuremangel. Die juvenile perniziöse Anämie (kongenitale megaloblastäre Anämie) beruht auf einer Malabsorption von Vitamin B12 (Imerslund-Grasbeck Syndrom) bei normaler IF-Sekretion oder auf einem kongenitalen Mangel an Intrinsic-Faktor, bedingt durch einen Defekt eines für die IF-Synthese benötigten Enzyms bzw. infolge der Sekretion eines funktionell anormalen IF. Die letzteren Formen sind weder mit IF-Autoantikörpern noch mit Parietalzell-Autoantikörpern assoziiert. Über das Verhalten der Antikörper bei Krankheitsverlauf liegen wenige Untersuchungen vor. Sie scheinen trotz Ausheilung der Anämie weiterhin bestehen zu bleiben. |
| Indikationen | Perniziöse Anämie, Morbus Biermer, chronische atrophische Gastritis. Die Spezifität für Morbus Biermer ist sehr hoch. Es finden sich keine falsch positiven Antikörper bei Gesunden. Bei Vitamin B12-Mangel, der nicht auf einem Morbus Biermer beruht, werden die Antikörper höchstens in 1 % der Fälle gefunden. |
| H.-P. Seelig |