Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

LKM 3-Autoantikörper

Liver-Kidney-Mikrosomen Typ 3, UDP-Glucuronosyltransferase.
  
Serum, 1 mL
 EDTA-Plasma oder Heparin-Plasma, 1 mL
  
< 10 Ak-Ratio
  
RIP
intern
  
Anforderungsschein Nr. 1a
Position der Analyse
Anforderungsschein 1a
        
        
        
  
Immunpathologie
EBM, GOÄ
  
Übersicht: Autoantikörper
 Leber
  
Verdacht auf autoimmune Hepatitis bei Hepatitis-Delta-Virus-Infektion. Differenzierung der Antikörperspezifität bei positivem LKM-IIFT an Primatenorganen.
  
Anti-LKM3-Autoantikörper richten sich gegen Epitope der Familie 1 der UDP-Glucuronosyltransferasen (Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase, UGT 1, EC 2.4.1.17; Mr 55.5 kDa; Chromosom 2q37), Enzymen, die hauptsächlich im endoplasmatischen Retikulum in Leber und Nieren vorkommen. Sie katalysieren die Konjugation von UDP-Glucuronsäure mit den Hydroxyl-, Carboxyl-, Amino- oder Sulfhydrilgruppen zahlreicher Stoffe. Die Konjugation dieser Aglykone aus dem endogenen Metabolismus (Steroidhormone, Bilirubin, Gallensäuren) oder exogenen Ursprungs (Medikamente, Carcinogene, Umweltgifte) erhöht deren Wasserlöslichkeit, und verbessert dadurch ihre Ausscheidung.
 UGT1 werden von 10 Exonen codiert. Alle UGT1 enthalten einen gemeinsamen invariablen C-Terminus, der von den Exonen 2-5  kodiert wird und aus 246 Aminosäuren besteht. Durch alternatives Spleißen der sechs vorgelagerten 5'-Exone (1F-1A) werden 6 Isoformen (286 Aminosäuren) mit unterschiedlichen Substratspezifitäten erhalten.
  
Die Autoepitope der LKM3-Autoantikörper sind auf dem konstanten C-Terminus sowie auf einem konstanten Teil der von den Exonen 1F-1A kodierten N-terminalen Domäne gelegen. Das von den Autoantikörpern erkannte Antigen ist speziesspezifisch. Es wird in Nagerorganen nicht oder in nur sehr geringem Maße exprimiert. Rattenorgane eignen sich daher nicht zum Nachweis der Autoantikörper. Mit Organen von Primaten wird ein den LKM1-Autoantikörpern ähnliches Fluoreszenzmuster erhalten.
  
Hepatitis D (10-14%), Hepatitis C (bis 4%), autoimmune Hepatitis Typ 2 (10-15%, auch zusammen mit anti-LKM1 und anti-SLA/LP).
  
 H.-P. Seelig