| Vorkommen | Lamin-Autoantikörper sind im Gegensatz zu anderen gegen die Kernhülle gerichteten Autoantikörpern (z.B. Antikörpern gegen Lamin-B-Rezeptor, Nuclear pore complex glycoprotein gp210) weinig krankheitsspezifisch. Sie wurden zusammen mit Lupusantikoagulant und/oder Cardiolipin-Autoantikörpern bei dem sekundären Antiphospholipid-Syndrom gefunden. Insbesondere hochtitrige Lamin-Antikörper (gegen Lamin A, B und/oder C) sollen eine Subgruppe der rheumatoiden Arthritis (RA) und des systemischen Lupus erythematodes (SLE) mit sekundärem Antiphospholipidsyndrom kennzeichnen, bei der weniger häufig thrombo-embolische Komplikationen vorkommen. Seltener angetroffen werden Lamin-Autoantikörper bei Autoimmunhepatitis und primär biliärer Zirrhose. Antikörper gegen Lamin A bzw. A/C fanden sich bei einem Patienten mit Hauteffloreszenzen bei anikterischer Cholestase, Alverin-induzierter akuter Hepatitis, Autoimmunhepatitis und primärer biliärer Zirrhose (PBC), gegen Lamin B1 bei SLE, chronischem Ermüdungssyndrom, gegen Lamin B2 bei autoimmuner Hepatitis, SLE und rheumatoider Arthritis (insbesondere gegen das α-helikale Zentrum), Polymyalgia rheumatica (gegen den C-Terminus). Antikörper gegen Lamin B fanden sich bei Thrombozytopenie und SLE, solche gegen Lamin C bei Riesenzellarteriitis und Polymyalgia rheumatica, chronischer Hepatitis Delta-Virus-Infektion und Eosinophilie-Myalgie-Syndrom nach L-Tryptophaneinnahme. Das gehäufte Auftreten der Antikörper bei dem chronischen Ermüdungssyndrom (52%) wurde als möglicherweise diagnostisch bedeutsam herausgestellt. |