Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

SL/PL-2-Autoantikörper

Ki /SL
Serum, 1 mL
 EDTA-Plasma oder Heparin-Plasma, 1 mL
  
negativ (1: < 100)
  
WB
intern
  
Übersicht Autoantikörper
  
Immunpathologie
EBM, GOÄ
  
Bestimmung der Antikörperspezifität bei positivem ANA-Test. Systemischer Lupus erythematodes, Beurteilung der Krankheitsaktivität, vorwiegend bei wissenschaftlichen Fragestellungen.
  
Antikörper reagieren mit einem nukleären Non-Histonprotein aus 254 Aminosäuren (Mr 29.5 kDa) mit einer elektrophoretischen Mobilität von 32 kD (Chromosom 17q). Das Protein mit noch unbekannter Funktion ist nicht mit RNA assoziiert. Ein 16 Aminosäuren langes Sequenzmotiv weist Homologien zu der Nucleus-Lokalisierungssequenz des large T-Antigens von SV40 auf. Antikörper in Seren von Patienten mit systemischen Lupus erythematodes reagieren auch mit einem synthetischen Peptid aus dieser Region. Möglicherweise entstehen die Antikörper durch ein molekulares Mimikry bei bestimmten Virusinfektionen und genetisch empfänglichen Personen.
Antikörper gegen Ki/SL (SL/PL-2) finden sich vorwiegend bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (8-37%, in Abhängigkeit von Methode und Antigen) sowie bei Patienten mit Sicca-Symptomatik und LE (SL = Sicca/Lupus). Sie werden auch bei Patienten mit Lungenfibrose, Serositis und mit Symptomen zentralnervöser Störungen beschrieben. Anti-Ki/SL-Antikörper wurden, wie auch anti-ds-DNA-Antikörper, als Marker für die Aktivität des SLE angesehen. Anstiege der anti-Ki/SL-Titer wurden vor der Manifestation von Perikarditiden und Pleuritiden beobachtet. Antikörper finden sich auch bei der Mischkollagenose (Sharp-Syndrom, MCTD, 8%), Polymyositis/Dermatomyositis (3%), systemischer Sklerose (7%), rheumatoider Arthritis (4%), Immunthrombozytopenie (3%) und primär biliärer Zirrhose (3%).
  
 H.-P.Seelig