Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

TNFRSF5-Gen

606846
  
Tumor necrosis factor receptor superfamily, member 5
  
B cell-associated molecule CD40, CD40
  
EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen)
  
Einwilligungserklärung Genetik
  
NAA, SEQU
  
Humangenetik - Zytogenetik
  
Molekulare Humangenetik
  
  
TNFRSF5-Gen
  
Rekurrierende frühkindliche Infektionen unklarer Genese, opportunistische Infektionen. IgG-, IgA- und IgE-Mangel oder -Defekt.
  
Das auf Chromosom 20q12-q13.2 lokalisierte Gen umfasst einen Bereich von 11.03 kb mit 9 Exonen. Das Genprodukt ist der auf reifen B-Zellen, Monozyten, dendritischen Zellen, Endothel- und Epithelzellen, nicht aber auf Plasmazellen exprimierte CD40L-Rezeptor (CD40-Antigen; Mr 30.6 kDa), ein Typ II Membranglykoprotein. Der CD40L-Rezeptor ist an der Übertragung der für die Rekombinationsprozesse beim Immunglobulin-Isotypenwechsel von IgM zu IgG1-4, IgA und IgE notwendigen Signale beteiligt sowie auch an der B-Zell-Proliferation und -Reifung und der B-Zell-Immunantwort.
  
 Bisher wurden 2 Mutationen im CD40-Gen beschrieben, die das Hyper-IgM-Syndrom Typ 3 verursachen. Sie führen zu einer gestörten Signaltransduktion und damit zu einer fehlerhaften terminalen B-Zell-Differenzierung, zum Ausbleiben des Immunglobulin-Isotypenwechsels und einer fehlerhaften Antigen-spezifischen humoralen Immunantwort. Die Synthese von IgM und IgD ist normal oder vermehrt, IgG1-4, IgA und IgE sind stark vermindert oder fehlen.
  
  
Das Hyper-IgM-Syndrom Typ 3 wird autosomal rezessiv vererbt.
  
  
Die klinische Symptomatik entspricht der des Hyper-IgM-Syndroms Typ 1 (hervorgerufen durch Mutationen im Gen des CD40-Liganden, siehe TNFSF5-Gen). Es finden sich frühkindliche rekurrierende Infektionen (Pneumocystis jiroveci), Neutropenie, Thrombozytopenie und hämolytische Anämie. Die Anfälligkeit für opportunistische Infektionen beruht möglicherweise auf einer defekten Signalübertragung der Makrophagen, die ebenfalls über den CD40L-CD40-Signaltransduktionsweg aktiviert werden.
  
  
 G. Schlüter, H.P. Seelig