| OMIM | 308230 |
| Akronym | Tumor necrosis factor ligand superfamily member 5 |
| Synonyma | TNF-related activation protein, TRAP |
| Material | EDTA-Blut, 2,7 mL (Blutbildröhrchen) |
| Einwilligungserklärung | Einwilligungserklärung Genetik |
| Methode | NAA, SEQU |
| Siehe auch | Humangenetik - Zytogenetik |
| Auskünfte | Molekulare Humangenetik |
| Indikationen | Rekurrierende frühkindliche Infektionen unklarer Genese. IgG-, IgA- und IgE-Mangel oder -Defekt. |
| Humangenetik | Das auf Chromosom Xq26.3 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 12.18 kb mit 5 Exonen. Das Genprodukt ist der CD40 Ligand (CD40L), ein auf T-Zellen (CD4+) transient exprimiertes Glykoprotein (Mr 39 kDa), das mit dem auf B-Zellen exprimierten CD40L-Rezeptor assoziieren kann. Hierdurch werden die für die Rekombinationsprozesse beim Isotypenwechsel der Immunglobuline notwendigen Signale übertragen. CD40L ist ein Mitglied der Tumornekrosefaktor α-Familie. |
| Bisher wurden 76 Mutationen des Genes beschrieben, bei denen es sich um Aminosäure-Substitutionen oder um Deletionen handelt, die zum Abbruch oder zur Leserasterverschiebung führen, wodurch ein fehlerhafter CD40-Ligand entsteht. Wegen der fehlenden Wechselwirkung des auf B-Zellen exprimierten CD40L-Rezeptors mit dem fehlerhaften T-Zell-Liganden ist die terminale B-Zell-Differenzierung beeinträchtigt. Der Immunglobulin-Isotypenwechsel in B-Zellen unterbleibt, was zu einem IgG-, IgA-, und IgE-Defekt bei normalen IgM-Konzentrationen führt. Die Immunantwort nach Antigenstimulation ist unzureichend, Memory-Zellen werden nicht gebildet (Hyper-IgM-Syndrom Typ 1). Es besteht eine erhöhte Neigung zur opportunistischen und parasitären Infektionen. Korrelationen zwischen der Art der Mutationen und der klinischen Symptomatik wurden bisher nicht gefunden. Die bei einigen Patienten erhöhten IgM-Konzentrationen werden als Zeichen rekurrierender Infektionen oder lymphoproliferativer Erkrankungen interpretiert. |
| Erbgang | Das Hyper-IgM-Syndrom Typ 1 wird X-rezessiv vererbt. |
| Symptome | Frühkindliche rekurrierende Infektionen (Pneumocystis jiroveci, Histoplasma capsulatum und Kryptosporidien), Stomatitis, Neutropenie. Stark vermindertes oder fehlendes IgG1-4, IgA und IgE bei Jungen, bei normaler Anzahl reifer B-Zellen (DD-Kriterium gegenüber X-gebundener Agammaglobulinämie, Morbus Bruton) und normaler Anzahl und Proliferation von T-Zellen (DD gegenüber HIV-Infektionen). Nach Vakzination ist die Immunantwort auf die Produktion spezifischer IgM-Antikörper beschränkt. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen mit polyklonaler B-Zell-Proliferation und für gastrointestinale Tumoren. |
| G. Schlüter, H.P. Seelig |