| Synonyma, Akronyma | RNaseMRP, RNaseP |
| Material | Serum, 1 mL |
| EDTA-Plasma oder Heparin-Plasma, 1 mL |
| Referenzbereich | negativ |
| Methode | WB, RIP, AUR |
| Qualitätskontrolle | intern |
| Anforderungsschein | Anforderungsschein Nr. 1a
Position der Analyse
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| Auskünfte | Immunpathologie |
| Analysenkosten | EBM, GOÄ |
| Siehe auch | Übersicht: Autoantikörper |
| Rheuma - Kollagenosen |
| Sklerodermie, systemische |
| Laborinformation: Autoantikörper-Tabelle - Kollagenosen, Arthritis, Vaskulitis |
| Indikationen | V.a. Sklerodermie (limitierte Form, Akrosklerodermie). |
| Immunpathologie | Komponente der 7-2/MRP Ribonukleoproteine (RNP) in den granulären Regionen des Nukleolus. In geringer Menge (<1%) in den Mitochondrien. 7-2/MRP-RNP ist eine Endoribonuklease zur sequenzspezifischen Hydrolyse von RNA. Antikörper-positive Seren präzipitieren auch Rnase P (8-2 RNP), eine zytoplasmatische Endoribonuklease die an der prä-tRNA reife 5'-Termini generiert. |
| Autoantikörper gegen die RNase MRP/RNase P reagieren mit verschiedenen Ribonuklease P-Proteinen (Rp) der Untereinheiten p14 (Rpp14; Mr 13.6 kDa; Chromosom 3p21.1), p20 (Rpp20; Mr 15.6 kDa; Chromosom 7q22), p21(Rpp21; Mr 17.6 kDa; Chromosom 6p21.32), p25 (Rpp25; Mr 20.6 kDa; Chromosom 15q23), p30 (Rpp30; Mr 29.3 kDa; Chromosom 10q23.31), p38 (Rpp38; Mr 31.8 kDa; Chromosom 10p13), p40 (Rpp40; Mr 34.6 kDa; Chromosom 6p25.1), hPop1(Mr 114.7 kDa; Chromosom 8q22.1), hPop4 (Mr 25.4 kDa; Chromosom 19q11), hPop5 (Mr 18.8 kDa; Chromosom12q24.31). Mit hPop werden humane (h) Gene bezeichnet, die den bei S. cerevisiae beschriebenen POP-Genen (= processing of precursor RNAs) homolog sind. |
| Die etwas verwirrende Nomenklatur dieser Autoantikörper ist historisch bedingt. Bei einem Patienten mit systemischem Lupus erythematodes wurden Antikörper nachgewiesen, die 7-2 RNA präzipitierten. Die Antikörperspezifität wurde nach den Initialen des Patientennamens Th bezeichnet. Unabhängig davon konnten bei einem Patienten mit systemischer Sklerodermie Antikörper nachgewiesen werden, die 7-2 und 8-2 RNA präzipitierten (RNA-Moleküle, die in der Gegend der 7S RNA oder 8S RNA wandern, wurden mit 7-1,7-2,7-3 oder 8-2 RNA bezeichnet). Sie wurden ebenfalls nach den Initialen des Namens mit To bezeichnet. Die präzipitierte 7-2 RNA war mit der RNA eines Mitochondrien-RNA verarbeitenden Enzyms (MRP-RNA) identisch. Das Enzym ist die RNAse MRP (MRP = mitochondrial RNA processing), ein großer Protein-RNA-Komplex, der im Zytoplasma die Primer-RNA für die Erstellung von Kopien der mitochondrialen DNA verarbeitet. Der überwiegende Anteil des Enzyms liegt aber im Nukleolus und dient dort der Verarbeitung der Prä-rRNA. Es konnte weiter gezeigt werden, dass Seren mit anti-Th/To-Aktivität auch H1-RNA, eine 8-2 RNA präzipitieren, einen Bestandteil der humanen RNAse P, die Prä-tRNA-Moleküle zu reifer tRNA hydrolysiert indem sie die 5'-Vorläufersequenzen entfernt. Nachfolgende Untersuchungen zeigten, dass es sich bei Th und To um Antikörper der gleichen Spezifität handelte, die mit einem Peptid von 40 kDa reagierten (anti-Th40). |
| Die beiden Ribonukleoproteinpartikel RNAse P und RNAse MRP sind sich in mehrfacher Hinsicht ähnlich. Beide RNP-Komplexe sind sequenzspezifische Endonukleasen, die RNA-Moleküle mit einer ähnlichen käfigartigen Struktur und wahrscheinlich zehn identische assoziierte Peptide (hPop1, hPop5, Rpp14, Rpp20, Rpp21, Rpp25, Rpp29/hPop4, Rpp30, Rpp38 und Rpp40) enthalten. Letzteres erklärt die Präzipitation verschiedener RNA-Moleküle durch die gleichen Antikörper. Beide RNP-Komplexe finden sich vorwiegend im Nukleolus gelegen. Das Th40-Autoantigen ist mit dem Rpp38-Polypeptid identisch. |
| Inzwischen konnte gezeigt werden, dass auch gegen die meisten anderen der 10 Polypeptide in unterschiedlichem Maße Autoantikörper gebildet werden. Auch wenn nahezu alle anti-Th/To-positiven Seren das Rpp38 (Th40)-Antigen präzipitieren, enthalten dennoch nicht alle der Seren Antikörper der Spezifität anti-Rpp38. Die Kopräzipitation von Rpp38 erfolgt dann durch Antikörper, die mit den anderen Peptiden der RNAse P/RNAse MRP-Komplexe reagieren und so den relativ stabilen Komplex insgesamt präzipitieren. Nahezu alle anti-Th-/To-positiven Seren reagieren mit hPop1 und Rpp38, etwa die Hälfte erkennt Rpp30, hPop5 und Rpp14. Eine geringere Anzahl reagiert mit Rpp40, hPop4 und Rpp21. |
| Vorkommen | Die Antikörper wurden vor allem bei Patienten mit Sklerodermie (4-13%) beschrieben. In einer Studie ließen sie sich bei 8.4% der Patienten mit Akrosklerodermie (limitierte Sklerodermie), bei 0.7% mit systemischer Sklerodermie aber nicht bei Sklerodermie-Überlappungssyndromen nachweisen. Auch bei primärem Raynaudphänomen können sie auftreten. |
| H.-P. Seelig |