Medizinisches Versorgungszentrum Labor Prof. Seelig GbR Karlsruhe

Topoisomerase II-Autoantikörper

Serum, 1 mL
 EDTA-Plasma oder Heparin-Plasma, 1 mL
  
negativ
  
Elisa
intern
  
Immunpathologie
EBM, GOÄ
  
Übersicht Autoantikörper
 Rheuma - Kollagenosen
 Sklerodermie, Zirkumskripte
  
Die Untersuchung ist wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten. Gegebenenfalls Bestimmung der Antikörperspezifität bei positivem ANA-Screening mit fein granulärem nukleärem Fluoreszenzmuster.
  
Die Autoantikörper reagieren mit der  Topoisomerase IIα-Isoform (170 kD), Topoisomerase IIβ-Isoform (180 kD) (EC 5.99.1.3; Mr 174.4 kDa; Chromosom 17q21.2), einen nukleären Enzym das ebenso wie die Topoisomerase I passagere Strangbrüche der DNA katalysiert und bei Entwindung superhelikaler DNA von Bedeutung ist. Die Antikörper richten sich gegen lineare und vorwiegend Konformationsepitope, vor allem im ersten Drittel des C-Terminus. Die Antikörper gehören zur Immunglobulin-Klasse IgG an, Angaben über weitere Isotypen und Subklassen fehlen. Im indirekten Immunfluoreszenztest zeigen sie ein fein granuläres Fluoreszenzmuster. Sie können nach eigenen Untersuchungen auch mit Antikörpern gegen Topoisomerase I vergesellschaftet sein. Die Antikörper reagieren mit linearen und mit Konformationsepitopen.
Morphaea, generalisierte (85 %), Sklerodermie, umschriebene (76 %), Sklerodermie, systemische (14-22 %), Lungenfibrose, idiopathische (IPF) (33-37%), Lupus erythematodes, systemischer (2-31%), Dermatomyositis (10 %), Diabetes mellitus Typ I (IDDM) (47-55%), Leberzellkarzinom, primäres (Kasuistik), Gesunde (7 %). Ebenfalls wurden beschrieben Assoziationen mit pulmonaler Hypertonie und HLA-B35. Selten wurden sie bei der idiopathischen juvenilen Arthritis, dem Diabetes mellitus, dem systemischen Lupus erythematodes und bei einem primären Leberkarzinom angetroffen. Über die Entstehung der Antikörper und ihre pathogene Bedeutung liegen keine Informationen vor.
  
 H.-P. Seelig