| Akronyma | anti-vWF-CPase |
| Material | Citrat-Plasma, 2.0 mL tiefgefroren. |
| Spätestens innerhalb 60 Min. nach Blutentnahme tieffrieren. |
| Referenzbereich | negativ |
| Methode | Nachweis der funktionellen Inhibition der vWF-CPase; Agarosegelelektrophorese, Transfer auf Nitrozellulose und Immunofärbung mit Enzym-markiertem anti-vWF. |
| Qualitätskontrolle | intern |
| Anforderungsschein | Anforderungsschein Nr. 1a
Position der Analyse
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| Auskünfte | Immunpathologie |
| Analysenkosten | EBM, GOÄ |
| Indikationen | V.a. thrombotische thrombozytopenische Purpura (TTP). |
| Immunpathologie | Die von Willebrand-Faktor Cleaving Protease (Mr 153.6 kDa; Chromosom 9q34; EC 3.4.24) ist eine Metalloproteinase der ADAMTS-Familie (ADAMTS13 = a disintegrin and metalloproteinase with thrombospondin Typ I motiv). Das Enzym besteht aus einem Signalpeptid, einem kurzen Propeptid, Metalloproteinase-, Disintegrin- und Thrombospondin-Domänen. Das katalytisch aktive Zentrum (HEIGHSFGLEHD, aa 150-161) ist im N-Terminus gelegen. Die vWF-CPase wird als Zymogen synthetisiert, das durch intrazelluläre Proteolyse aktiviert werden muss. Das in der Leber synthetisierte Enzym spaltet hochmolekulare vWF-Multimere, die nach ihrer Freisetzung aus Endothelien in hochaktiver Form im Plasma auftreten, in niedermolekulare Multimeren geringerer hämostatischer Aktitivität und wirkt so einer pathologischen Thrombophilie entgegen. Ein kongenitaler Defekt der vWF-CPase kann zu der thrombotischen thrombozytopenischen Purpura führen, die mit mikroangiopathischer hämolytischer Anämie und Multiorganversagen einhergehen kann, sowie zu dem Upshaw-Schulman Syndrom, einer Unterform der TTP, mit persistierender Thrombozytopenie, mikrovaskulärer Thrombozytenaggregation, vergrößerten Thrombozytenvolumina und mikroangiopathischer hämolytischer Anämie. |
| Neben der hereditären Defizienz der vWF-CPase konnte bei Patienten mit einer erworbenen TTP eine funktionelle Defizienz der vWF-CPase nachgewiesen werden, die auf der neutralisierenden Wirkung von Autoantikörpern gegen die Protease beruht. Es handelt sich um Antikörper vom Isotyp IgG (IgG1). Die erworbene TTP ist möglicherweise eine Autoimmunerkrankung, die in Assoziation mit anderen Autoimmunerkrankungen, Schwangerschaften, medikamenteninduziert oder noch vorhergehende Infektionen, einschließlich HIV-Infektionen, auftreten kann. Die homozygoten oder compound heterozygoten Mutationen des ADAMTS13-Gens sind für die hereditären rezessiven Formen der Erkrankung verantwortlich. Der Nachweis eines genetischen Defektes oder von Autoantikörpern gegen die vWF-CPase ermöglicht die differentialdiagnostische Abgrenzung der TTP und des mit ähnlichen Symptomen einhergehenden hämolytisch urämischen Syndroms, das keinen vWF-CPase-Mangel zeigt. Die Autoantikörper-Titer sind meist nieder, hohe Antikörper-Titer gehen mit schwereren Krankheitssymptomen einher. |
| Vorkommen | Autoantikörper gegen die vWF-CPase wurden in den meisten Fällen der erworbenen Form des TTP angetroffen. Die Enzymaktivität wird in unterschiedlichem Maße beeinflusst. Sie ist desto stärker vermindert, je höher die Antikörperspiegel sind. Bei einer Entfernung der Antikörper durch Plasmaphorese bzw. bei immunsuppressiver Therapie steigt die Aktivität wieder an. Autoantikörper und verminderte Enzymaktivitäten wurden bei 25% der Patienten mit Kollagenosen, auch in Verbindung mit Lupusantikoagulant angetroffen. Die klinische Bedeutung der Assoziation von anti-vWF-CPase und Lupusantikoagulant ist noch nicht geklärt. Während einerseits keine Beziehungen festgestellt werden konnten, ließen sich andererseits häufiger arterielle Thrombosen bei Patienten mit beiden Autoantikörpern nachweisen. Die Antikörper wurden ferner bei AIDS-Patienten und nach Ticlopidingabe beschrieben. |
| H.-P. Seelig |