ACR-Kriterien der RAdruck

 

 

 

Klassifikationskriterien der Rheumatoiden Arthritis (ACR-Kriterien)

 


 

Die RA ist eine chronische, systemische entzündliche Autoimmunerkrankung, an der weltweit etwa 1% der Bevölkerung und Frauen etwa 2-4 mal häufiger als Männer erkranken.
Bei der Hälfte der Betroffenen beginnen die Gelenkmanifestationen (Schmerzen, Schwellungen) akut, bei der anderen Hälfte beginnt die Erkrankung weniger dramatisch (auch intermittierende Verläufe), sie ist oft noch durch nicht-steroidale Antiphlogitika (NSAID, nonsteroidal anti-inflammatory drugs) beherrschbar. Bei je einem Viertel der Patienten aus beiden Gruppen kommt es zu Spontanremissionen, je 50% entwickeln aber progressive erosive Arthritiden.
Mögliche Remissionen während der Schwangerschaft werden von Rezidiven nach der Geburt gefolgt.

 

 

 

Zur Diagnose der RA müssen vier der sieben folgenden Kriterien erfüllt sein.

 

 

 

Kriterien 1 - 4 müssen mindestens sechs Wochen bestanden haben,

 

Kriterien 2 - 5 müssen von einem Arzt beobachtet worden sein.

 

 

 

Bei der Mehrzahl der Patienten kann die Diagnose innerhalb des ersten Beobachtungsjahres gestellt werden.

 


 

1

Morgensteifigkeit

Morgensteifigkeit in und um die Gelenke von mindestens einstündiger Dauer bis zur maximalen Besserung.

 

 

 


 

2

Arthritis dreier oder
mehrerer Gelenkbezirke

Gleichzeitiger Befall von wenigstens drei Gelenkbezirken mit Weichteilschwellungen und/oder Ergüssen von einem Arzt beobachtet.
Die möglichen Bezirke sind:
rechte oder linke PIP, MCP, Handgelenke, Ellenbogen, Knie, Sprunggelenke und MTP-Gelenke.

 

 

 


 

3

Arthritis der Handgelenke

Mindestens ein geschwollener Bereich in einem Handgelenk, MCP oder PIP-Gelenk.

 

 

 


 

4

Symmetrische Arthritis

Simultaner Befall der gleichen Gelenkbezirke auf beiden Körperseiten (bilateraler Befall von PIP, MCP oder MTP ist akzeptabel auch ohne absolute Symmetrie).

 

 

 


 

5

Rheumaknoten

Subkutane Knoten an Knochenvorsprüngen, über Extensorenarealen oder in juxtaartikulären Regionen.

 

 

 


 

6

Rheumafaktor

Nachweis des erhöhten Rheumafaktors im Serum mit einer Methode, mit der bei weniger als 5% der gesunden Kontrollen ein positives Ergebnis erzielt wird.
(vgl. auch Cyclisches Citrullin-Peptid-Autoantikörper [Anmerkung Seelig]).

 

 

 


 

7

Röntgenologische
Veränderungen

Für die Rheumatoide Arthritis typische röntgenologische Veränderungen auf posterior-anterioren Hand- und Handgelenksaufnahmen, eingeschlossen Erosionen oder zweifelsfreie Knochendekalzifizierungen, Lokalisation innerhalb oder am meisten ausgeprägt in der unmittelbaren Umgebung der befallenen Gelenke (osteoarthritische Veränderungen allein zählen nicht).