Arthritis-Markerdruck

 

 

 

Labormedizinische Marker der rheumatoiden Arthritis

 


 

Keine der unten aufgeführten Untersuchungen ermöglicht für sich allein die Diagnose der rheumatoiden Arthritis. Die hier aufgeführten biochemischen und biologischen Marker sind aber zur Beurteilung der Prognose des Krankheitsverlaufes und zur Beurteilung eines Therapieerfolges von Nutzen.

 


 

ACR-Kriterien der RA

 

 

 

Genetische Marker

HLA-Marker (*1)
HLA D4
HLA DRB1*0401, *0404, *0405, *0408

nicht-HLA-Marker
2q34 (TNP1)
2q35 (K8R, VIL1, DE5)
Shared epitopes

 

 


 

Marker-Antikörper

Rheumafaktor (*2)
Anti-Cyclisches Citrullin-Peptid
Antinukleäre Antikörper (ANA)(*3)

 

 


 

Entzündungs-Marker

Akute Phase-Proteine
Blutsenkungs-Reaktion
C-Reaktives Protein

Zytokine
IL-1
TNF-α
IL-6
IL-8
ENA 7 (*4)

 

 


 

Knorpelabbau-Marker

Hyaluronsäure
COMP (cartilage oligomeric protein)
Aggrican
YKL40

 

 


 

Knochen-Marker

Knochen-Sialoprotein
Pyridinium Crosslinks
Osteocalcin, Ostase, β-CrossLaps-CTX

 


 

*1 Bestimmte HLA-Moleküle mit einer gemeinsamen Sequenz in der dritten hypervariablen Region sind prädisponierende Faktoren. Da jedoch 42% der gesunden Bevölkerung ebenfalls eines oder mehrere dieser  DRB1-Allele aufweisen, stellt die Oligotypisierung der verschiedenen Allele keinen für die Diagnose der RA spezifischen Test dar. Bei positiven homozygoten Patienten scheint die Krankheit jedoch schwerer zu verlaufen (Risiko-, Verlaufsmarker).

 

 

 

*2 Der Nachweis von Rheumafaktoren ist bis heute immer noch einer der wesentlichen prädiktiven und diagnostisch bedeutsamen Labortests für die RA. Sensitivität 60-80%, auch abhängig von der Krankheitsdauer (die RA kann sich bis zu mehreren Monaten vor dem Auftreten des Rheumafaktors schon klinisch manifestieren). Der Test ist nicht spezifisch für die RA (Spezifität bis 80%). Rheumafaktoren kommen u.a. auch bei SLE (33%), bakteriellen, viralen und parasitären Infektionen, Kryoglobulinämie und Gesunden vor. Bei Fehlen von Rheumafaktoren DD SLE, Morbus Reiter, postinfektiöse Arthritiden, Stoffwechselerkrankungen  bedenken.

 

 

 

*3 Antinukleäre Antikörper (Zellkern-Autoantikörper) gelten als Hinweis auf systemische rheumatische Erkrankungen. Bei RA konnten bisher allerdings noch keine spezifischen diagnostischen Markerautoantikörper gefunden werden. Auch anti-RANA und Histon-Autoantikörper sind nicht für das Krankheitsbild spezifisch.

 

 

 

*4 Epithelial neutrophil activity peptide.

 


H.P. Seelig